Weihnachten und Wintersonnenwende

christliches Fest oder paganer Ritus?

©PCMTH

Auch wenn manche Leser auf den Aspekt der Jungfrauengeburt genauso fixiert sind wie auf die Auferstehung von den Toten, so ist dies doch nicht die Wahrheit, der diese Christen sich doch nach ihrer eigenen Lehre verschworen hätten, denn sie folgen sowohl im wissenschaftlich-historischen als auch im theologischen Sinn nichts weiter als einer Häresie des Judaismus, vermischt mit den verschiedensten Glaubensrichtungen des römischen Imperiums, deren Ausübung sie selbst als Paganismus abqualifizieren. Aus gegebenem Anlass sehen wir uns veranlasst doch etwas tiefer auf die Entstehungsgeschichte dieses „Weihnachtsfestes“ einzugehen, welches schon als wissentlich falsch dem Christentum zugeschrieben

ist, in seiner Aufmachung eine als boshaft zu bezeichnende Auslegung darstellt und es scheint gewisse Ähnlichkeiten zu Münchhausen aufzuweisen. Schauen wir also auf die Ursprünge des Weihnachtsfestes und halten uns dabei genau an die historisch verbrieften Tatsachen auch wenn es noch manchen Mythos zerstört.

Mithras Sol Invictus - Der Messias des Imperiums

Sicher sind jetzt die meisten über diese Überschrift verwundert. Aber wer den Sinn des Weihnachtsfestes und seinen Ursprung verstehen will, muss mit den Göttern anfangen für die dieses Fest veranstaltet wurde, lange bevor dieser selbsternannte „Messias“ Jeshua das Licht der Welt erblickte. Und das ist genau das richtige Stichwort, denn es geht um Licht – genau gesagt um die Rückkehr des Lichtes. Der Mithraskult identifizierte den höchsten Weihegrad mit der Sonne.

„Dass die Sonne der ganzen Welt Seele und noch klarer der Geist sei, dass sie die oberste Herrschaft der Natur und eine Gottheit sei, gehört sich zu glauben, wenn man ihre Werke in Betracht zieht: Sie verleiht allen Dingen das Licht und entfernt die Finsternis, sie verbirgt die übrigen Sterne und beleuchtet sie, sie lenkt den Wechsel der Zeiten und das sich immer wieder erneuernde Jahr nach dem Gesetz der Natur, sie zerstreut die Eintrübung des Himmels und erhellt die Wolken des menschlichen Geistes, sie leiht ihr Licht auch den übrigen Sternen hervorleuchtend, herausragend, alles überblickend zugleich alles hörend." (Plinius, Naturalis historia 2,4,13). So beschreibt der Ältere Plinius die Macht des Sonnengottes, den er angesichts der Tatsache, dass man die Zahl der Götter größer als die der Menschen ansehen könnte - als die einzige Gottheit betrachtet. Sein Erkennungszeichen ist der Strahlenkranz, der sein Haupt umgibt.

MITHRAS-SOL

Bei einem Zusammentreffen in Carnuntum in Pannonien im Jahre 308 versuchte der „Altkaiser“ Diokletian sein tetrarchisches System zu retten, das durch die Usurpation Konstantins wie später weiterer Kaiser aus den Fugen geraten war. Bei dieser Gelegenheit weihten Diokletian und seine Kollegen, Iovii et Herculii, religiosissimi Augusti et Caesares, die von Iuppiter und Hercules abstammenden allerreligiösesten Kaiser und Unterkaiser, dem Unbesiegten Sonnengott Mithras einen Altar als tätigem Förderer des Reiches (CIL 03,04413).

Der römische Mithras ist der Unbesiegte Sonnengott, ist Sol Invictus. Dies ist die hundertfach zum Ausdruck gebrachte Botschaft der Weihinschriften vom 2. bis zum 6. Jahrhundert, sei es für Sol Invictus Mithras, für Deus Sol Invictus Mithras, für Deus Sol Mithras oder Sol Mithras. Seitdem wir den römischen Mithras-Kult epigraphisch fassen können, ist der dort verehrte Gott der Unbesiegte Sonnengott Mithras. Mithras ist in dem Pantheon der antiken Götter einer unter vielen, mit vielen verwandt, mit vielen identisch. Wir sollten uns hüten, in dieser Vielzahl und in der synkretistischen Angleichung der Göttergestalten Schwäche und Dekadenz zu sehen. Die Christen sahen es früher genau wie heute so und handelten früher und heute entsprechend. Als Replik auf christliche Angriffe, formulierte Symmachus, es gebe nicht nur einen Weg zur Wahrheit (Symmachus, Relationes 3,1o). Der Mithras-Kult ist ein Beispiel für den Bilderreichtum der Antike, des antiken Denkens, des antiken Menschen und die Wirkung von Symbolen, für symbolhafte, das heißt in Symbolen verhaftete Existenz. Er gehört zu den Mysterien, wie die antike Welt jene Kulte nannte, die den Eingeweihten Heil verhießen. Dabei vermochte dieses Heil alles zu umfassen, was sich der Mensch wünschte: Rettung aus allen Gefahren des irdischen Lebens sowie Schutz vor Krankheit und Misserfolg aber vor allem das Heil der Seele nach dem Tod. Diese gegenwärtige und zukünftige Errettung wird als Unsterblichkeit interpretiert oder als Verbindung mit der transzendenten Gottheit.

Die Mysterienkulte teilten die Überzeugung, dass Errettung und Erlösung das Ziel der menschlichen Existenz auf Erden seien und sie durch den feierlichen Nachvollzug des göttlichen Schicksals erreicht würden. Solche Mysterienkulte waren in aller Regel nicht exklusiv; darin unterschieden sie sich vom Christentum. Die Zugehörigkeit zu einer solchen Gemeinschaft schloss weder die Teilnahme am offiziellen Stadt- und Staatskult noch die Einweihung in andere Mysterien aus. Man vermochte problemlos neue religiöse Vorstellungen anzunehmen und konnte dabei an seinen alten festhalten. Innerhalb weniger Jahre waren im Westen des Imperiums über 200 Mithräen entstanden und damit neben dem ISIS-Osiris-Kult mehr religiöse Zentren als alle anderen Religionen innerhalb des Imperiums zusammen hatten. Es ist die Mithras-Legende, die Geschichte des heilbringenden Wirkens von Mithras, die mit der Geburt beginnt und mit seiner Himmelfahrt endet, welche die Menschen in ihren Bann zieht. Begründet wurde dieser Mythos in Persien aus dem altiranischen Mithraskult, der seinen Ursprung mit der Ur-Gottheit Ahura Mazda verbindet. Das was Mithras ist und kann, so die Botschaft, vermag er vom ersten Augenblick seiner Existenz an. Bereits bei seiner Geburt „aus dem Nichts“ ist Mithras der Weltherrscher, der Kosmokrator. Die Geburt des Mithras, des Lichts, des Sonnengottes, wurde am 25. Dezember gefeiert, dem gleichen Tag an dem der Isis-Osiris-Kult die Geburt des Lichtkindes Horus feiert. Noch im 6. Jahrhundert schildert ein syrischer Geschichtsschreiber der orthodoxen Kirche treffend die Entwicklung dieses Festtages zum Geburtstag „Christi“: „Die Heiden pflegten nämlich am 25. Dezember das Fest des Geburtstages der Sonne zu feiern und zu Ehren dieses Tages Feuer und Lichter anzuzünden. Zu diesen Riten luden sie sogar das Christenvolk ein. Da nun die Lehrer der Kirche wahrnahmen, dass sich die Christen sehr gern zur Teilnahme verleiten ließen und auch zu diesem Aberglauben übertraten, beschlossen sie sogleich, am selben Tage das Fest der „wahren Geburt“ zu begehen.“ Der Priester Joh. Chrysostomos schreibt 380 in Antiochia „und es sind doch keine zehn Jahre, seit uns dieser Feiertag bekannt und vertraut geworden ist. Aber als wäre er schon seit vielen Jahren überliefert, ist er doch aufgeblüht durch euern Eifer. Wer ihn neu und alt zugleich nennt, würde nicht fehlgehen: neu, weil er uns erst kürzlich bekannt wurde, alt und ursprünglich, weil er den ältesten Festen an Alterswürde gleich wird und das gleiche Maß des Alters wie sie erreicht“. Und sein Schlusssatz führt uns die ganze Tiefe der christlichen Gläubigkeit vor Augen: „Die Einführung dieses Tages trägt so reichlich Frucht, wie jetzt zu sehen ist; die Höfe sind auch bei uns gefüllt und die ganze Kirche ist gedrängt voll mit der Menge derer, die zusammengeströmt sind um reichlich zu Spenden“ (nach den paulinischen Regeln stehen die Spenden zuerst den Propheten und Priestern zu. Erst wenn diese ausreichend versorgt sind, darf man die Bedürftigen bedenken!). Aber es dauerte Jahrhunderte, bis dieses im gesamten Imperium einheitlich, von den verschiedenen christlichen Bewegungen eingerichtet wurde. In den christlichen Bewegungen galten zu dieser Zeit nur die Ereignisse des Passahfestes und der Auferstehung als verehrungswürdige Feiern. Zudem entwickelten diese bis ins 6. Jahrhundert nur regional eine gewisse Bedeutung. Im dritten Jahrhundert aber gewinnt zunächst der Sonnengott eine zentrale Stellung unter den Römern im Imperium. Zwar versuchen auch die christlichen Bewegungen sich hier anzupassen und bezeichnen und besingen ihren Christus als „Sonne der Gerechtigkeit“, obwohl das Neue Testament einen solchen Titel für diesen Christus gar nicht vorsieht und der hierzu herangezogene Bibel-Text Maleachi 3,20 nicht viel mit Christus und dem Messias-Glauben zu tun hat. Auch begannen sie jetzt ihren Heiland mit einem Sonnenstrahlenkranz darzustellen.

Bei näherer Betrachtung wird man schnell feststellen können, dass das Christentum tatsächlich nichts ist, als eine billige Kopie der Mithras-Verehrung. Von den vielen Wundern die Mithras vollbrachte sei hier nur das Wasserwunder erwähnt. Mithras richtet seinen gespannten Bogen auf eine Felswand, vor der das Volk kauert und um Wasser fleht. Als der Pfeil die Wand berührt, strömt Wasser hervor und alle können trinken. Dieses Wunder gehört zu jenen Wandermythen, die aus Gegenden stammen, in denen Dürre herrscht und das Gedeihen von Mensch und Natur vom spärlichen Regen abhängt.

Aber am deutlichsten wird die Entlarvung des Christenkultes als Imitat an der fast unverändert übernommenen Liturgie der Sol-Invictus Feierlichkeiten. Nicht nur der fast identische Ablauf, nein sogar Rangordnung und Kleidung der Priester wurde nahezu unverändert übernommen. Aber das wirklich Auffälligste ist die Zeremonie des Abendmahles. Dieser uralte Ritus, seit mehr als zweieinhalbtausend Jahren eigentlich der Höhepunkt der Isis-Osiris Feierlichkeiten im alten Ägypten, war über den Zarathustra Kult in die Sol-Invictus Verehrung eingeflossen und hier zum Höhepunkt der regelmäßigen Gottesdienste geworden. Brot und Wein wurden zum zentralen Bestandteil der Kulthandlungen zu der sich die Mysten regelmäßig in den Heiligtümern versammelten. Diese Tempel waren fast wie ein Speisesaal, ein Triclinium, gebaut, nur dass an der Stelle des Platzes für den Gastgeber das Relief des Mithras stand, der seine Kultanhänger zu Tisch bat. Diese „Ähnlichkeiten“ zwischen dem Mithrasmahl und dem Abendmahl fiel in späterer Zeit auch einigen Kirchenvertretern auf, und in völliger Verkennung der Tatsachen bezeichneten sie diese Zeremonie als Nachäffung die durch den Satan veranlasst sei. – Die grenzenlose Dummheit hatte mit der gnadenlosen Narretei einen Pakt geschlossen -.

Die Sonnenfrömmigkeit war kein uraltes Phänomen in der griechisch-römischen Kultur. Sondern hier verschmolzen mehrere Kulte zu einem Sonnengott mit zentraler Stellung. Der griechische Apollo, schon verschmolzen mit dem Osiris zu Serapis und der Mithras, sie werden als Sonnengott in eins gesetzt. „Viele ziehen jetzt einfach alle Götter in einer Macht und Gewalt zusammen, sodass es eigentlich gleichgültig ist, ob man diesen oder jenen Gott ehrt“, schreibt der Priester Eusebios schon zu Beginn des 2. Jahrhunderts und charakterisiert damit die religiöse Kultur seiner Zeit. Einhundert Jahre später war die Vielfalt der paganen Götterwelt in der Vertretung durch Iuppiter, Hercules, Minerva, Merkur, Fortuna, Mithras, Iuppiter-Dolichenus, , Sol, Luna, Ball, Iuppiter-Amun-Heliopolitanus, Apollo, Victoria, Iuno-Dolichena, Isis, Sabazios, Sarapis, Sucellus, Caelus und sogar die Windgötter allesamt auf dem Weg zur göttlichen Einheit in Sol-Invictus.

Das diese Macht und Gewalt die Sonne sei, war in der Spätantike weit verbreitete Überzeugung, geteilt auch von Kaiser Konstantin. Die christlichen Kirchen bezeichnen diese enorme Popularität des Mithraskultes noch heute als ein vorübergehendes religiöses Modephänomen. Aber dies können wir im historischen Sinn nur als eine unzutreffende Schutzbehauptung betrachten, die zur Vertuschung der rücksichtslosen, brutalen und menschenverachtenden Intrigen, Ränkespielen und Mordkomplotte der römischen Bischöfe, bis hin zum völkervernichtenden Krieg, dienen soll. Mithras-Sol-Invictus wurde nicht von seinen Völkern vergessen – seine Völker wurden von den Christen zwangsmissioniert. Wer nicht konvertierte wurde im „göttlichen Auftrag“ ermordet. Das gleiche Schicksal ereilte die christianisierten Völker, die sich dem Arianismus, einer dem Mithraskult noch sehr verwandten christlichen Religion, zuwendeten, wenige Jahre später. Der Heilige Stuhl wurde geschaffen und mit dem besetzt, den sie selbst als „Das Böse“ erfunden hatten - oder besser gesagt: - Das Böse war institutionisiert worden - . - Die Konstantinische Wende im Sinne der persönlichen Zuwendung des Kaisers zum Christengott hat es niemals gegeben - .

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