Rückschau auf den deuteronomischen Bibeltext I.

Die Vorgeschichte eines neuen Mythos

Jehova JHWH - Gott oder Dämon ?

© PCMTH 1995

Wenn man über Gottes Wort diskutiert muss man erst mal die Frage beantworten. Welcher Gott, welches Wort. Stellt man die Behauptung auf dieser Gott JHWH, Jehova (hebr. Jeho) sei eine Erfindung der Phantasie ruft man erboste Reaktionen bei allen abrahamitischen Klerus-Angehörigen und auch bei deren Hilfstruppen (Glaubensanhängern) hervor. Es wird ja verlangt, dass alle an einen persönlichen Gott, also Gott als Person glauben müssten.

Sie übersehen aber dabei, dass sie nicht nur wissenschaftliche Beweise ignorieren, sondern die Beweise der Jehova-Erfindung selbst liefern: Sie wissen über Jehova alles ganz genau, sie kennen alles, was er denkt, was er gesagt hat, seinen Willen, seine Maßnahmen, so, als hätten sie ständigen persönlichen Kontakt mit ihm. Den haben sie natürlich nicht. Ständigen Kontakt haben sie in ihren Gedanken, daraus formen sie die Worte Gottes und aus diesen Worten werden ihre Taten. Ihre Taten aber enthüllen uns ihren pfäffischen Charakter, auch wenn sie uns ihr schändliches Tun als "von Gott gewollt" anpreisen. Die Menschen haben und hatten zu allen Zeiten ein mehr oder minder starkes religiöses Bedürfnis. Auch gibt es individuelle Unterschiede, der eine bindet sich stärker an übergeordnete Normen, der andere schwächer. Heiden binden sich überwiegend an die Gesamtheit der Natur, die Abrahamiten verpflichten sich - nicht immer freiwillig!- einer priesterlichen Erfindung, jenem JHWH.

Dieser hat tatsächlich nur einige Dinge zu bewirken: Die Sicherung des Unterhalts einer sich als "Mittler zu Gott" ausgebenden Kaste, die in schamloser Weise das natürliche religiöse Empfinden der Bevölkerung ausnutzt. Des Weiteren hat dieser JHWH die Durchsetzung von Machtansprüchen zu bewirken, die diese Kaste sich ausgedacht hat und weiterhin beansprucht. Und letztlich soll die JHWH-Erfindung den Blick dafür verschleiern, dass in Wirklichkeit kein Mensch eines Priesters, Rabbis, Mittlers oder Tempeldieners bedarf, wenn er seine religiösen Vorstellungen in Freiheit ausleben will.

Der abrahamitische Klerus liefert noch andere Beweise dafür, dass ihr "Gott" JHWH nur eine Erfindung ihrer Phantasie ist. Bekanntlich besitzen alle das "Wort Gottes" und preisen es jedem, der es hören oder nicht hören will, an. Nun darf man wohl erwarten, dass das Wort Gottes, wenn es von einem "ewigen" Gott einmal ausgesprochen wurde, unverrückbar fest steht und alle Zeit überdauert. Dem ist beim jüdisch-christlichen "Wort Gottes" nicht so. Der Klerus dieser Sekten, in der Gegenwart allen voran die sogenannten Reformierten, ändern von Zeit zu Zeit nach Bedarf das "Wort Gottes". So stehen in der Luther-Bibel des 16. Jahrhun-derts andere Dinge - nicht nur dem sprachlichen Ausdruck nach, sondern vor allem dem Sinn nach - als in der Bibel der Jetztzeit. Wie kommt das???

Wenn wir einmal analysieren, was dieser JHWH sagt, was er tut, wie er sich darstellt, welche Vorstellungen die Menschen von ihm gewinnen müssen, dann fällt das Ergebnis geradezu deprimierend aus. JHWH ist seinen Aussagen und Taten zufolge ein Monster im wahrsten Sinne des Wortes. Hass, Rachsucht, Mordlust, Bestialität, Eifersucht, Neid - alles was den niedersten Instinkten menschlicher Phantasie entspringt, ist Kennzeichen dieses Gebildes. Vor einer solchen Fiktion - vor allem wenn sie ihnen noch als Realität eingeredet wird - können normale Menschen nur in Angst leben. Sympathisch kann ein solches Wesen nicht sein. Und nun müssen die klerikalen Vertreter dieses Monsters sehen, dass seit fast hundert Jahren eine Strömung bei den Menschen entsteht, die weg von diesem barbarischen Aberglauben, hin zu nüchterner, sachlicher, naturwissenschaftlicher Beurteilung zielt. Das sich allmählich festigende "Heidentum", die vielen Naturreligionen und die diversen philosophisch begründeten Strömungen, mit der bewussten Freilegung geistiger Kräfte, wie sie schon bei unseren Vorfahren vorhanden waren, ist nur die Speerspitze dieser Entwicklung.

Mit rattenhaftem Instinkt haben die Kirchen und sonstigen abrahamitisch beeinflussten Organisationen und Bewegungen erkannt, dass hier eine Gefahr für "ihr" Wort Gottes entsteht, und sie haben bereits mit der Abwehr begonnen. Gefährlich wird es nämlich für die Bibel dann, wenn der Schmutz und Schund, die Abartigkeiten und die Verkommenheit der Handelnden und ihre kriminelle Energie, die in dieser "heiligen Schrift" als etwas Vorbildliches, Besonderes, Auserwähltes dargestellt wird, an den einfachen, klaren, ethischen Grundsätzen des "Heidentums" gemessen werden sollten. Und das wird ganz sicher geschehen, je mehr das "Heidentum" ins öffentliche Bewusstsein tritt. JHWH würde dann als das dastehen, was er ist: Die Erfindung einer eifernden, kriegslüsternen, alttestamentarischen Priesterkaste, die mit Hilfe dieser Kunstfigur es über die Jahrtausende verstanden hat, ihre Ziele hinterlistig und brutal zugleich durchzusetzen - ohne Rücksicht auf das Leben von Millionen von Menschen. Mit Sicherheit würden sich diejenigen, die das erkennen, von JHWH abwenden, ihn und sein Bodenpersonal gar verachten, er würde ins Hintertreffen geraten und ganz abgelehnt werden und seine "heilige Schrift", das "Wort Gottes" würde vielleicht dort landen , wo es schon längst hingehört - auf dem Müll der Geschichte. Was also tun seine Anhänger?

Sie fälschen zunächst ihr jahrtausendelang den Menschen eingebläutes "Gottes Wort", entschärfen und "schönen" die besonders widerwärtigen, brutalen und unmenschlichen Stellen. Ein Beispiel: Jehova, der Gott des AT - in gewohnter Kontinuität auch der Gott der christlichen Jahrtausende - bringt, weil sie die Bundeslade angeschaut hatten, mal grad 50070 Menschen um. In den neuen Lutherbibeln macht man daraus ganze "siebzig" Mann! Das klingt ja besser, harmloser, auch wenn man den übrigen Fünfzigtausend damit die Ehre schneidet. Die sind ja längst tot und hauen den Fälschern nicht mehr auf die Finger.

Noch ein Beispiel: Bis zum Jahr 1963 las man die Tx. "2.Sam. 12,31" so: "Aber das feindliche Volk drinnen führte er (David) heraus und legte sie unter eiserne Sägen und Zacken und eiserne Keile und verbrannte sie in Ziegelöfen. So tat er in allen Städten der Kinder Ammon. Da kehrte David und alles jüdische Volk wieder gen Jerusalem. Luther selbst hatte so übersetzt: "aber das Volk drinnen füret er eraus/ und legt sie untere eisern segen und zacken/und eisern keile/und verbrand sie in Zigelöfen.

Aber in den neuaufgelegten "Lutherbibeln" ist jetzt zu lesen: "Aber das Volk darin führt er heraus und stellt sie als Fronarbeiter! an die Sägen, die eisernen Pickel und an die eisernen Äxte und ließ sie an den Ziegelöfen arbeiten! Ein Verbrechen, Massenmord machen sie zu Zwangsarbeit, die bestialisch von David umgebrachten "Heiden" scheinen für die Christen nur Dreck zu sein. Auch die entsprechende Stelle in Chronik 20.3 wird einfach abgeändert und der Massenmord zu Fronarbeit abgeschwächt. Selbst die Rabbiner sind inzwischen rührig geworden. Pinchas Lipide hat gleich zwei Bücher geschrieben, in denen sogenannte "Fehlinterpretationen" richtig gestellt werden. So soll der gute alte Bibelgrundsatz "Auge um Auge, Zahn um Zahn" jetzt nicht mehr Rache ausdrücken sondern Wiedergutmachung und Versöhnung. Die Fälscher gehen mit ihrem "Wort Gottes", einem Buch, das sich einst kleinasiatische Ziegen- und Schaftreiber zusammenbastelten, so um, wie es gerade opportun ist. Sie haben erkannt: Vor JHWH, dem eifersüchtigen Gott des Hasses, der Rache und unvorstellbarer Grausamkeiten, fürchtet sich bei uns heute kaum noch jemand. Vor allem anderen wirkt er abstoßend. Also wird hier für Friede, Freude, Eierkuchen umgefälscht um wenigstens noch ein paar trottelige Simpel einzufangen.

In den letzten hundert Jahren wurde annähernd jedes dritte Wort geändert oder uminterpretiert, teilweise ganz schwerwiegend. Von 181170 Wörtern des neuen Testaments wurden 63420 Wörter völlig geändert, damit der Text möglichst menschenfreundlich klingt und Barbareien möglichst abgeschwächt oder vertuscht werden konnten.

Dass diese sogenannten Abrahamiten nicht mehr an "Gottes Wort" glauben, zeigt sich hier deutlich, wie sie damit umgehen und die Ehrfurchtslosigkeit mit der sie es fälschen.

Kehren wir zur Frage nach diesem JHWH zurück.

JHWH ist eine Erfindung der Phantasie von Menschen, die zu einer bestimmten Zeit gelebt haben. Und wie alle Werke der Phantasie - Malerei, Musik, Dichtkunst nicht ausgenommen - sind auch religiöse Gedanken, Inhalte oder Göttervorstellungen, Ausdruck der geistigen Verfassung der Erfinder. Nun musste das in diesem Fall nicht von Anfang an schlecht sein, gefährlich wurde es erst, als die Priesterkaste - gewissermaßen JHWH´s Bodenpersonal - erkannte, was man mit einer solchen Figur, wie JHWH sie darstellt, machen kann. Zunächst einmal kann man damit Respekt, Autorität und Abstand schaffen. Wenn ein Gott, noch dazu ein "allmächtiger" dies oder jenes gesagt hat, dann wird er von den Angehörigen des einfachen Volkes kaum Widerspruch ernten. Seine Autorität wird schließlich - vielleicht zuerst widerwillig - anerkannt. Ein knechtischer Abstand der Menschen zu einem angeblich allwissenden, allmächtigen Gott entsteht. Verlangt dieser Gott nun etwas, strengt man sich an, es zu erfüllen. Da die Wünsche dieses Gottes von Priestern übermittelt werden, denen man aufgrund seiner Erziehung schon immer Ehrerbietung entgegenbringen musste, kommt man gar nicht auf den Gedanken, dass hinter dem "Willen Gottes" ganz handfeste Interessen der Priesterschaft stehen könnten. Geht mal eine "von Gott befohlene" Unternehmung schief, dann hatte natürlich nicht JHWH Unrecht, schuld waren die unzureichenden Bemühungen der Gläubigen. Ein Schuldbewusstsein bei den Menschen entsteht.

Da ist die Erfindung einer "Erbsünde", mit der man Menschen schon von frühester Jugend an belasten kann, nicht mehr weit. Nicht nur für Ungehorsame gibt es Strafen. Noch heute ist es teilweise mit schwersten Belastungen und Verfolgungen verbunden, wenn man den Wunsch äußert sich von JHWH zu lösen / extrem im Islam u. bei den christlichen Sekten der Zeugen Jehovas, Mormonen sowie den diversen Gruppen der sogenannten Pfingstler und Wiedergeborenen.

Selbst dem normalen Menschen wird diese Welt als Finsternis, Stätte der Verbannung, als Jammertal dargestellt, aus dem er nur durch die "Güte" JHWH´s befreit werden kann. Die Vermittlung dieser Güte erfolgt natürlich durch den Klerus - gegen Bares, versteht sich. Selbst Familienbande werden bewusst durch diesen JHWH-Glauben zerstört. Die befohlene Liebe zu JHWH geht angeblich allem vor, Eltern, Geschwister, Verwandte rangieren nachgeordnet. Ganze Völkerschicksale werden dem Ungeheuer überantwortet. Kriege jeglicher Art werden in seinem Namen geführt, ungeheures Leid über die Menschen gebracht. Nur eine Frage: Wie reagieren heute Politiker, Staatsanwälte und Gerichte wenn eine Gruppe im Namen eines Religionsstifter auftritt und erklärt sie habe den Auftrag erhalten, dafür zu sorgen, dass alle Völker und Personen, die den Auserwählten bei der verheißenen Weltherrschaft im Wege stünden, auszurotten. Würden Sie eingesperrt wegen Volksverhetzung, Aufstachelung zum Rassenhass u. dergleichen?

Dies aber geschieht gerade nicht mit denen, die täglich einen Gott als vorbildlich und anzubeten hinstellen, der genau den Verstoß gegen zahlreiche Strafgesetze von seinen Gläubigen fordert! Wieso sind dies Religionen und nicht strafwürdiges Unrecht? Und die Gehirnwäsche durch das "Wort Gottes" hat ja gewirkt: Unter keinem Symbol, auch nicht unter Hammer und Sichel, sind so viele Menschen umgebracht worden wie unter dem Kreuz und dem Halbmond. Im Namen Gottes sind die größten Massenmorde der Menschheit erfolgt. Dieser Schoß ist fruchtbar noch, wie man in unserer Zeit noch an der Verbrennung von Voodoo-Priestern auf Haiti durch Christen, die Ermordung von Palästinensern durch Israelis und die gerade jetzt so aufblühenden Massenmordaktionen durch die verschiedenen Moslembewegungen erkennt. Die Propaganda für diesen Gott ist gemeingefährlich! Das moderne "Heidentum" hat sich längst befreit von dieser alttestamentarischen Schimäre und wendet sich seinen alten, den Vorfahren bereits vertrauten Göttern zu.

Keine andere Figur hat die Weltgeschichte der vergangenen drei Jahrtausende so ungünstig beeinflusst wie dieser "JHWH". Die blutigste Spur, quer durch die Jahrhunderte, wurde in seinem Namen gezogen, Millionen Menschen in seinem Namen umgebracht, durch Mühe und Fleiß erworbene Vermögen in seinem Namen geraubt. JHWH´s Anhängerschaft ist fast genauso groß wie die Unkenntnis über den Charakter dieses Kunstprodukts, wahrscheinlich weil die wenigsten sich wirklich eingehend mit ihm befasst haben. Es kann durchaus sinnvoll sein, sich etwas näher mit ihm zu beschäftigen.

Wer ist JHWH?

Wer ist dieser JHWH, Jehova, Allah, was ist das für ein Gebilde, das noch heute nicht nur vom seinerzeit von ihm "auserwählten Volk" verehrt, angerufen und gebraucht wird, sondern von zahlreichen durch Mission freiwillig oder mit Gewalt "bekehrten" Menschen anderer Völker ebenfalls.

Sehen wir uns zuerst das Volk an, bei dem Religion, Volkstum und Geschichte so eng miteinander verwoben sind, wie kaum bei einem anderen, das sich fast untrennbar mit diesem "Gott" verbunden hat: Etwa um 1600 B.C. lebten im Süden der Syrischen Wüste die Reste einiger als Kleinvieh-Nomaden lebender semitischer Volksstämme, die von ihren Nachbarn verächtlich als Apiru oder Schasu (Räuber) benannt wurden.

Diese Apiru lebten in noch völlig ungeordneten Sippen- und Stammesverhältnissen von ihrem Kleinvieh und versuchten durch Raubzüge und Überfälle auf die im Lande Kanaan allmählich entstehenden Stadtverbände zu etwas Wohlstand zu kommen. Etwa um die Zeit 1670 B.C. trafen diese dann in der Wüste auf die aus asiatisch-persischen Gebieten nach Westen vordringenden Hyksos-Verbände, die auf der Suche nach neuem Lebensraum für ihre Sippen waren. Gemeinsam verließen sie die Wüste und zogen in das ein besseres Leben versprechende Unterägypten. Dies geschah nicht im Rahmen großangelegter militärischer Unternehmungen, sondern ganz allmählich über einen längeren Zeitraum hin, ohne dass die völlig arglosen und menschenfreundlichen Ägypter darin etwas bedrohliches erkannten, oder gar Gegenmaßnahmen ergriffen. Sie kannten das gelegentliche Auftauchen fremder Stämme und suchten diese in ihrem auf Harmonie gebauten Staatssystem zu integrieren.

Die wichtigste Ausgrabung hierzu wurde v. Manfred Biatak v. der Uni Wien am Tell ed-Daba durchgeführt, einem Ort, den man als Hauptstadt der Hyksos Auaris identifiziert hat. Die Ausgrabungen zeigen eine deutliche Zunahme kanaanäischen Einfluss im 18. Jahrh. B.C. Etwa 150 Jahre später war hier eine Siedlung in den Ausmaßen einer Großstadt entstanden und das umliegende Gebiet allmählich unterwandert worden, so dass es zu einer mehr oder weniger friedlichen Machtübernahme durch die Hyksos-Apiru im gesamten unterägyptischen Reichsgebiet, durch überwiegende Verdrängung und Unterdrückung der Urbevölkerung, kam. Hier regierte die 15. Dynastie ca. 1670 bis 1570. Die Schriftzeichen auf den Siegeln dieser Herrscher beweisen, es handelte sich durchweg um Semiten. Jedoch begingen sie entscheidende Fehler, unterdrückten nicht nur die ägyptische Urbevölkerung, sondern versuchten militärischen Einfluss auf Oberägypten zu nehmen. Zunächst gelang es noch die dort regierenden Fürsten immer weiter zurückzudrängen. Dann übernahm der starke Fürst von Theben Sekenenre die Herrschaft und stellte im Stillen eine neue Armee auf. Dies tat er natürlich mit der vollen Unterstützung der Priesterschaft des Amun-Re, die aus dem Norden vertrieben worden war. Zwar hatten die Hyksos und ihre Vasallen den ägyptischen Lebensstil übernommen, waren selber zu Bauern geworden (Nomadentum war nur noch in geringem Umfang verbreitet), aber sie wählten als ihren Hauptgott ausgerechnet Seth, den "Herrn von Os". Das war für die Unter-Ägypter natürlich ein Frevel übelster Art.

Daher auch das Interesse der Priesterschaft hier eine Wende herbeizuführen. Es gab zwar auch Tempel des Amun-Re und der Isis in Auaris und auf dem Land wurde überwiegend der Gott Anubis angebetet, denn hier war man in religiöser Hinsicht auf etwas Neues, Vielversprechendes gestoßen: "Die Wiedergeburt" mit Hilfe des Gottes Anubis. Diese Perspektive machte diesen Gott für dies primitive Volk der Semiten hoch interessant. Jedoch kam es hier zu erheblichen Spannungen innerhalb der ansässigen Priesterschaft mit der Priesterkaste der Hauptstadt Auaris. Diese erkennbare Schwäche nutzte Sekenenre aus. Er zog in den Norden, die Stadt Auaris zu nehmen. Aber er hatte diese Apiru und Hyksos unterschätzt. Diese hatten berittene Truppen. Eine Neuheit für Ägypter, hier kannte man keine Pferde. Das Ergebnis war eine vernichtende Niederlage. Sekenenre wurde auf dem Schlachtfeld erschlagen. (seine grausam entstellte Mumie kann man im ägyptischen Nationalmuseum in Kairo bewundern). Sein Nachfolger wurde sein minderjähriger Sohn Kahmose.

Als der Fürst Sekenenre Táa im Jahr 1570 auf dem Schlachtfeld fiel, war sein Sohn Kamose gerade 14 Jahre alt. Für einen Jungen ein schweres Amt in einer so kriegerischen Zeit. Der Pharao der Hyksos-Apiru, Apophis, versuchte die Situation für sich zu nutzen und griff mit seinen Truppen das Thebaner Kernland an. Aber die eiligst aufgestellte Freiwilligen-Truppe des Kamose unter der Führung des Hohenpriesters des Tempels von Theben warf den Feind zurück. Es entwickelte sich ein jahrelanger Krieg mit wechselndem Erfolg. Mal gelang es Kamose bis auf Memphis vorzudringen, aber sogleich griff Apophis erneut in Theben an. Nach sechs Jahren wagte Kamose den Angriff auf die Hauptstadt der Hyksos Auaris. Aber es gelang im nicht in die Stadt einzudringen. Auf den Rückzugsgefechten wurde der junger Fürst von Theben (21 J.) vor Memphis erschlagen.

Die Priesterschaft von Theben übergab das schwere Amt an den 20 jährigen Bruder des Kamose, Amosis. Dieser war besser vorbereitet auf seine Aufgabe. Er hatte sich selbst der Ausbildung zum Soldaten unterzogen und dabei einen Freund gefunden. Dies war Amosis, der Sohn des Hohepriesters und Tausendschaftsführer unter Kamose. Vielleicht war es die Gemeinsamkeit des Namens, vielleicht auch eine echte Männerfreundschaft, jedenfalls hatten sich die Richtigen gefunden. Amosis I. Fürst v. Theben ernennt General Amosis zum Oberbefehlshaber der Truppen. Sofort stellen sie die Truppen um und verwickeln die Hyksos in ständige kleinere Gefechte, um sie zu zermürben. Apophis wittert Morgenluft, seine Truppen waren durch den jahrelangen Kampf ausgeblutet. Seine Streitwagen bis auf einen kleinen Rest verloren. Die meisten Pferde inzwischen von den Truppen des Amosis in kleinen Scharmützeln niedergemacht oder weggetrieben. Apophis greift zu seinem letzten Trumpf. Er hatte sich diplomatisch mit den Nubiern verbündet und durch großzügige Geschenke (die ägyptischen Tempelschätze aus Memphis) zu Willen gemacht. Heimlich verhandelte er um Truppen oder einen Angriff der Nubier aus dem Süden gegen Theben.

Doch der junge Amosis I. hatte schnell davon erfahren und handelte. Er zog seine Truppen zusammen, ließ die Grenze gegen die Hyksos offen und marschierte in Nubien ein. Ein großes Risiko, aber ein triumphaler Sieg war der Lohn. Apophis merkte gar nichts vom Abzug der Thebaner Truppen. Es war genial organisiert. Der Fürst und sein General spielten hoch, aber es ging um die Freiheit für Ägypten und "sie wurden von den Göttern geliebt". Die Nubier unterwarfen sich nach einem kleinen Gefecht. Ihre Furcht vor den Ägyptern war in Jahrhunderten geprägt. Aber Amosis war klug und wusste genau was er tat. Die unterworfenen Truppen der Nubier, hier besonders die sehr gefürchteten Speerwerfer, tötete und entwaffnete er nicht, wie üblich; er vereidigte sie auf sich und zog nach Auaris.

Hier planten er und sein General einen neuen Schachzug. Sie zogen mit 5000 Mann (1 ägyptische Division) vor Auaris, machten einen Scheinangriff und lockten so den Apophis mit seinem Heer aus der Stadt. Die Ägypter zogen sich auf den Nilarm bei Memphis zurück. Hier hatten sie den ersten Hinterhalt gelegt. 7500 Bogenschützen standen plötzlich vor den vereinigten Verbänden der Hyksos und Apiru. "Sie erlitten in der ersten Stunde des Tages so große Verluste, dass sie nur noch an Flucht dachten" (text: Stele des Amose). Aber als sie sich nach Auaris zurückziehen wollten, tauchten hinter ihnen 10.000 nubische Speerwerfer auf. Apophis fiel auf der Flucht. Das Ende der Hyksos hatte begonnen. Zwar wurde bereits am nächsten Tag ein neuer Pharao der Hyksos-Apiru inthronisiert und es gelang Amosis nicht nach Auaris hineinzukommen. Aber das war jetzt nur noch eine Frage der Zeit.

Um hier nicht unnötig Soldaten für eine Erstürmung einer sowieso verlorenen Stadt zu opfern, zogen die Ägypter durch ganz Unterägypten. Dadurch wurde eine allgemeine Flucht, zunächst nur des gesamten Adels mitsamt dem Klerus, aber in deren Folge auch immer größerer Gruppen der Landbevölkerung, ausgelöst. Es dauerte zwar noch 3 Jahre aber endlich nach fast 150 jähriger Fremdherrschaft unter den asiatischen Hirtenkönigen war Ägypten wieder frei. Aber Amosis I. gab sich nicht so einfach mit dem Abzug der Hyksos-Apiru Völker zufrieden. Zunächst verfolgten sie diese bis in die Nähe von Gaza, indem sie diese immer wieder in kleinere Gefechte verwickelten und nie zur Ruhe kommen ließen. Dort war die eigentliche Hauptstadt der Hyksos Scharuhen . Sie wurde völlig zerstört. Die Hyksos-Apiru wurden bis nach Syrien verdrängt und verschwanden in der Geschichte.

General Amosis zog mit den verbündeten ägyptisch-nubischen Truppen bis an den Euphrat. Das erste Mal in der langen ägyptischen Geschichte war es gelungen bis nach Mesopotamien vorzudringen. Amosis I. begründete die 18. Dynastie mit ihren großen Herrschern. Die Hyksos-Apiru wurden bald vergessen.

Aber waren sie wirklich endgültig vernichtet?

Jedenfalls zeigt hier die wissenschaftliche Archäologie eindeutig: Der glorreiche Auszug aus Ägypten mit Gott JHWH als Streiter, war eine schmähliche Vertreibung einiger sich selbst überschätzender Kleinviehnomadenstämme. Die einzige kulturgeschichtliche Leistung war die Einführung des Pferdes nach Ägypten. Und man höre und staune, sie hinterließen ihren Wettergott Reschef mit seiner Frau Kadesch. In den langen Jahren unter ägyptischer Kultur hatten sich die Hyksos-Apiru Völker verbessert. Als Gott hatten sie den Reschef mit dem Seth mutiert (Feldzeichen – Schlangenkopfstab aus Eisen) und mit ihm flüchteten sie. Einige später nachziehende Volksgruppen, die mehr im Süden angesiedelt waren nahmen ihren neuen Gott Anubis in der dort angebeteten Form des Wep-wawet, als Garant der Wiedergeburt mit sich.

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