Christliche Sekten und Bewegungen

Im Laufe der Jahrhunderte bildeten sich derart viel Bewegungen und Sekten im Umfeld der christlichen, römisch katholischen Kirche – welche ja ihrem Ursprung nach nichts als eine Häresie des Judentums ist - , dass es fast schon unmöglich erscheint über diese den Überblick zu behalten.

Nicht allein der zum Messias und Christus erhobene Jude Jeshua bin Jussuf, nein selbst die eigentlichen Gegenspieler und Nebenakteure der jüdischen Mythen- und Legendensammlungen sind zu Haupt-darstellern eigener Anbetungsbewegungen avanciert.

Besonders um den meist gefürchteten, viel beachteten und auch oft verfluchten Satan erwuchsen neue, teils auch abwegige bis abartige Gruppierungen. Aber was kann uns die wissenschaftlich historische Geschichtsforschung und Archäologie zu diesen Bewegungen sagen?

Bereits im Urchristentum traten Lehrer auf mit mehr oder weniger kontroversen und/oder von der apostolischen Autorität abweichenden Meinungen bezüglich Christus Gott Erlösung und anderen zentralen Glaubensaussagen. Für die Kirche erwuchs aus diesem Grund die Notwendigkeit der Abgrenzung und Unterscheidung welche dieser Lehren akzeptabel und welche nach kirchlicher Auffassung zu verwerfen waren.

Zu Lebzeiten der Apostel lag die letzte Autorität über die richtige Lehre bei den Aposteln (z.B. beim Apostelkonzil). Aber bereits unter diesen war aufgrund der persönlichen Präferenzen Streit unumgänglich und es gab erste Zerwürfnisse, welche zu den diversen Überlieferungen führten.

Die Alte Kirche kannte bis ins 4. Jahrhundert zunächst keine zentrale Autorität die über solche Fragen der Lehre hätte entscheiden können (auch der Bischof von Rom war zur damaligen Zeit keine solche Autorität – diese erwuchs erst aus brutalen Machtspielen und regelrechter Bekämpfung anderer Ansprüche im 8. Jahrhundert). Aus einer Vielzahl von Gemeinden und Gruppierungen entwickelten sich bis zum 4. Jahrhundert zuerst vier relativ gleichberechtigte kirchliche Metropolen in Antiochia, Alexandria, Rom und Konstantinopel unter der Leitung von provinzial beschränkt wirkenden Bischöfen.

Daneben entstanden durch herausragende Personen im Laufe der Zeit auch noch andere theologische Schwerpunktzentren wie z.B. in Nordafrika durch Augustinus und in Kleinasien durch die Kappadozier. Diese Theologen setzten sich mit den in ihrer Umgebung kursierenden abweichenden Lehren auseinander, wobei ihnen außer Argumenten und der Exkommunikation (dem Kirchenausschluss) nicht viele Machtmittel zur Verfügung standen. Eine solche Exkommunikation traf den Häretiker in der damaligen Zeit weit weniger als im europäischen Mittelalter, da das Christentum noch nicht Staatsreligion war. Jedem stand zu dieser Zeit noch die Freiheit zu, davon überzeugt zu sein, dass er dem rechten Glauben anhing und sich die Kirche im Irrtum befände.

Vom 4. bis ins 8. Jahrhundert waren es die ökumenischen Konzilien die Lehrentscheidungen für die ganze Kirche (also alle welche sich zu einer Kirche berufen sahen) treffen konnten. Diese Lehrentscheidungen sind bis heute bei den orthodoxen katholischen und den meisten protestantischen Kirchen anerkannt. Sie wurden ja auch zeitlich weit vor dem sogenannten kirchlichen Schisma (Abtrennung von der orthodoxen Kirche) und der protestantischen Bewegung beschlossen.

Gewöhnlich ging in den ersten beiden Jahrhunderten kirchlicher Orientierung einer Verurteilung einer Lehre durch ein ökumenisches Konzil eine Zeit der intensiven Auseinandersetzung Diskussion und Argumentation voraus und die Lehrentscheidungen der ersten Jahrhunderte wurden i.d.R. auf der Basis eines Mehrheitskonsenses getroffen. Dies verlor sich im Laufe der Jahrhunderte zunehmend und die alleinige Entscheidungsgewalt fiel letztlich an Rom und Byzanz.

Die Häresie ist aus strukturellen Gründen ein grundlegendes Problem fast aller, aber ganz besonders der monotheistischen Weltreligionen. Gerade in der Jetztzeit sprießen fundamentalistische Sondergruppierungen ("Sekten") wie Unkraut hervor und die "Häretiker" welche sich zu Dämonen oder sonstigem Unfug bekennen zählen noch zu den zu vernachlässigenden Strömungen auch wenn solche am laufenden Band produziert werden. Nicht nur deutlich mehr Aufmerksamkeit muss in der Jetztzeit solchen Bewegungen gewidmet werden, die unter einem religiösen Deckmantel politische Ideologien mit menschenverachtendem Einzigkeitsanspruch verbreiten - diese müssen mit allen Mitteln ziviler und gegebenenfalls auch militärischer Erfordernisse bekämpft werden.

Zu diesen Bewegungen zählen wir auch die Scientology Organisation, welche inzwischen ja selbst unter der Bezeichnung "squirreling" nicht autorisierte Änderungen ihrer Lehre oder Methoden verfolgt und hier Häretiker als Verbrecher verfolgt und diese insbesondere unter Anklage wegen angeblicher Copyright-Verletzungen zu stellen sucht. Die Freie Zone wird von der Scientology Kirche als Häretiker angesehen und mit allen Mitteln bekämpft. Die teilweise erkennbare Toleranz und auch deutliche Zuneigung politischer Entscheidungsträger sehen wir äußerst kritisch und verachtenswert.

Auch rein säkulare Ideologien der Moderne sind hier oft als Erben des alten monotheistischen Einzigkeits- und Einheitsanspruches zu erkennen. Besonders hervorzuheben ist hier diese Parallele für den Marxismus-Leninismus: in der Form des Stalinismus hat die Verfolgung und Verurteilung von Abweichlern (von der offiziellen Parteidoktrin), die man als Opportunisten, Revisionisten oder Renegaten brandmarkte, in ihrer mörderischen Intoleranz deutliche Parallelen zu den christlichen und islamischen Ketzerverfolgungen. Das gleiche gilt auch für viele nationale oft antikoloniale Erweckungsbewegungen weltweit, wenn hier auch teilweise gewisse Abstriche zu machen sind. Schließlich ist zu erwähnen dass insbesondere in Deutschland und Westeuropa in vielen schulbildenden Inhalten und Beiträgen zum Ideenreservoir der Moderne (z.B. Psychoanalyse, Surrealismus, Ökologiebewegung) mit permanenter linker Unterwanderung der Systeme, das häretische Problem zumindest latent anwesend ist.

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